Chris_Freiraum EV

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Mit diesem Motto lässt sich das Projekt Freiraum e.V. am besten beschreiben. Da wir das genauso sehen, unterstützen wir hier die sinnvolle Arbeit zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen in Deutschland.

Man mag über die Flüchtlingskrise denken was man will… Fakt ist, dass Menschen selten freiwillig die Heimat verlassen. Armut, Not und Krieg sind hier nachvollziehbare Gründe. Über die politische Herangehensweise an die Flüchtlingswellen für Deutschland kann man streiten und die Sorgen der Bevölkerung sind berechtigt…Doch man löst keine Probleme durch Hetze, das Bilden von Vorurteilen und das Ausleben von blinder Wut. Taten sind gefragt! Und welcher Rahmen ist zum Erlernen eines fairen und freundschaftlichen Miteinanders besser geeignet als der sportliche?

Als ich Anfang April von Maria von M., Athletin in unserer Schmiede, gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte, mich in der Integrationshilfe in Meerbusch zu engagieren, musste ich nicht lange überlegen. Gemeinsam mit dem Leiter des Projekts Thomas Brauer planten wir mit den Flüchtlingen zusammen zwei Einheiten Boxtraining pro Woche umzusetzen. Nun werden einige denken, dass Boxen eventuell eine unangebrachte Maßnahme ist, denn der Kampfsport könnte ja das Aggressions- und Gewaltpotential erhöhen. Aus meiner persönlichen Erfahrung im Boxsport kann ich aber sagen, dass man es sich mit dieser Annahme zu leicht macht. Das Gegenteil ist er der Fall. In meinem ehemaligen Boxverein gab/gibt es viele Athleten mit sozialschwachen, teilweise gewaltproblematischen Hintergründen. Im Boxsport haben sie gelernt, ihre Aggressionen zu kontrollieren, überschüssige Energie zu entladen und Werte wie Fairness und Gemeinschaft zu schätzen.

Wenn man sich den Alltag der Flüchtlinge anschaut wird schnell klar: Perspektivlosigkeit und Langeweile schaffen überflüssige Energie und Probleme. Auch das Aufeinandertreffen verschiedener Nationen und Kulturen auf engem Raum, tragen nicht immer zu einem ausgeprägten  Gemeinschaftsgefühl unter den Flüchtlingen bei. Gerade deshalb ist es sinnvoll, ein sportliches Leitmotiv zu schaffen. Den Sport verbindet die Welt seit jeher und hat schon häufig aus Feinden Freunde werden lassen.

Seitdem ich in dieses Projekt involviert bin, habe ich viele neue Freunde dazu gewonnen. Ich wurde von Anfang an von den Flüchtlingen als Teil ihrer Gemeinschaft aufgenommen und als Trainer voll und ganz respektiert. In unseren Trainingseinheiten wird viel gelacht und geschwitzt, von Aggressionen keine Spur! Und Sprachbarrieren sind kein Hindernis für fließende Kommunikation, denn der Sport spricht seine eigene Sprache. Die Sprache der Fairness, der Gemeinschaft und der gegenseitigen Unterstützung.

Mit welchem Engagement das Projekt Freiraum e.V. in der Integration arbeitet und wieviel Freude auch unsere Trainingseinheiten erlebt werden, zeigt das nachfolgende Video sehr schön.

Wir wünschen uns die Welt bunt und können viel voneinander lernen, diese in Zukunft besser zu machen!

Chris